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Marie Verweyen

Fach: Streicherbande und M&M

„Bleistifte weg“

Diese Anweisung stammt aus dem Munde des Dirigenten Sergiu Celibidache und hat meinen musikalischen Werdegang wohl am stärksten geprägt. Celibidache forderte mit diesen Worten ein knapp hundertköpfiges Jugendorchester, die Orchesterakademie des Schleswig-Holstein-Musikfestivals, auf, eine Brucknersinfonie kammermusikalisch zu denken. Vor allem war es eine Aufforderung zum Hören:“Bleistifte weg und Ohren auf! Wie verläuft die Phrase, wo will sie hin, wie ist zum Thema die Begleitung stimmig...?“

Sechs Wochen lang durfte ich das zu Beginn meines Geigenstudiums erleben. Diese Erfahrung hat sicher wesentlich dazu beigetragen hat, dass ich meinen Platz in kleinbesetzteren Barockorchestern gesucht und gefunden habe. Wie zum Beispiel dem Main-Barockorchester-Frankfurt, in dem wir, vor allem in der Anfangszeit, gerne lange darüber diskutiert haben, wie eine Phrase zu gestalten ist, ob der Auftakt nun nach „rechts oder links“ gespielt werden soll.

Weitere wichtige Einflüsse verdanke ich vor allem meinen Lehrerinnen Prof. Ida Bieler, Prof. Jutta Rübenacker und Lucy van Daal sowie meiner Zeit als Mitglied im Barockorchester Stuttgart unter Frieder Bernius.

Zur Zeit besitze ich, entgegen Celibidaches Motto, allerdings sehr viele Bleistifte, die ich stets von meinen zahlreichen Schülern geschenkt bekomme. Aber ich arbeite weiterhin daran, ihnen und mir die Ohren und das Herz für die Musik zu öffnen, so dass dieses Hilfsmittel eines Tages überflüssig sein wird.

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